Institut für Maschinenwesen
Der Studiengang
Maschinenbau
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Maschinenbau: Studium mit guten Aussichten

Mit nahezu einer Million Beschäftigten und 230 Milliarden DM Jahresumsatz ist der Maschinen- und Anlagenbau der größte deutsche Industriezweig. Mit einem Anteil von 57 Prozent erzielt er weit über die Hälfte seines Umsatzes über den Export und ist damit führend im Weltmarkt. Die ausgeprägt interdisziplinäre Forschung und Entwicklung sowie die weltweite Nachfrage nach dem Know-how aus Deutschland haben den Maschinenbau als Ingenieurwissenschaft hierzulande zu einer herausragenden Disziplin gemacht.

Erfolgreiche Maschinenbau-Ingenieure verfügen heute neben der Prädestination für verantwortungsvolle Aufgaben über ein hohes Maß an sozialer und ökologischer Kompetenz, sie sind flexibel und kreativ, sie denken konstruktiv und in technischen Zusammenhängen. Dazu trägt der eher selbständige als schulische Charakter des Studiums bei, der neben der Vermittlung von speziellem Fachwissen auf fundiertes Methodenwissen abzielt.

Die im Studium vermittelte Selbständigkeit ist für eine herausragende Stellung in Industriebetrieben wichtige Voraussetzung: Denn der einmal erworbene Wissensstand muss im Berufsleben ständig den neuesten Entwicklungen einer immer höherwertigen und anspruchsvolleren Technik angepasst und durch kooperative Mitarbeiterführung weitervermittelt werden. Den Erfolg bescheinigte eine Umfrage unter 1500 Managern aus 7 Ländern Europas: Demnach wird im europäischen Ausland die Ausbildung deutscher Führungskräfte als sehr positiv bewertet.

Doch wie steht es um die zukünftigen Berufschancen als Maschinenbau-Ingenieur? Infolge negativer Konjunkturaussichten und damit schlechterer Einstellungschancen ist die Zahl der Studienanfänger im Fach Maschinenbau seit Anfang der 90er Jahre um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Mittlerweile nimmt das Exportvolumen des Maschinen- und Anlagenbaus wieder kräftig zu.

Da die Branche einen anhaltenden Wachstumstrend erwartet und laut Umfrage fast 40 Prozent der Unternehmen die Zahl der Ingenieure in den kommenden Jahren erhöhen wollen (weitere 50 Prozent wollen die Zahl stabil halten), ist eher mit einem Mangel als mit einem Überschuss an Nachwuchsingenieuren zu rechnen. Für Studienanfänger von heute ergeben sich aus dieser Gesamtsituation gute Berufschancen. Erste Anzeichen für den neuen Trend hat der Nachwuchs bereits 1996 verspürt, als der Einstieg in den Beruf wieder spürbar erleichtert wurde.

Die zunehmend Globalisierung des Marktes prägt das Studium des Maschinenbaus. Partnerschaften der TU Clausthal mit Hochschulen im Ausland sowie Kontakte zu vielen deutschen Unternehmen, die ihre Präsenz auf fernen Märkten ausbauen, erlauben Studienaufenthalte und Betriebspraktika im Ausland. Denn besonders gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben junge qualifizierte Ingenieure, die darauf vorbereitet sind, auch längere Zeit im Ausland tätig zu sein.

Maschinenbau: Studium einer Querschnittstechnologie

Der Maschinenbau ist eine Querschnittstechnologie, und darauf werden Studierende fächerübergreifend vorbereitet. Denn hier geht es nicht etwa allein um die Herstellung effizienter Maschinen in hoher Qualität, sondern um ständige neue Beiträge zur Lösung dringender Aufgaben in Wirtschaft und Gesellschaft: so im Umweltschutz, in der Energieversorgung, im Gesundheitswesen oder in den Bereichen Mobilität und Kommunikation. Eben wegen der Verflechtung mit anderen Disziplinen und neuen Technologien gelingen dem deutschen Maschinenbau (und damit auch seinen weltweiten Kunden) entscheidene Innovationsschübe.

Dass der Clausthaler Maschinenbau hierbei ganz vorne mitmischt, zeigen zahlreiche Forschungsprojekte in Zusammenarbeit mit oft internationalen Teams, z.B. aktuelle Sonderforschungsbereiche vom "Fertigen in Feinblech" bis hin zur "Konstruktion verfahrenstechnischer Maschinen". Solche in Deutschland einmaligen Forschungsprojekte sind in Clausthal möglich, weil hier die ganze Bandbreite der Grundlagenforschung an einem Ort genutzt werden kann: Allein für die zwei genannten Sonderforschungsbereiche sind 58 Wissenschaftler aus 13 Clausthaler Instituten tätig. Für Studierende entpuppt sich das geradezu als ein Füllhorn mit Themen für Studien- und Diplomarbeiten über die Technik von morgen. Und noch eine weitere Themenquelle können Studenten - auf eigene Faust oder mit Hilfe der TU - "anzapfen", nämlich die guten Drähte des Clausthaler Maschinenbaus zur Wirtschaft und Industrie.

An der TU Clausthal sorgen insgesamt 40 Institute, die 11 Fachgebiete vertreten, dafür, dass in Maschinenbau und Verfahrenstechnik der Lehrstoff "nicht ausgeht". Im Grundstudium ist er übrigens für beide Studiengänge nahezu identisch. Wer erstmal das Vordiplom in der Tasche hat, kann im Hauptstudium seinen persönlichen Interessen folgen und aus einer Vielzahl von Vertiefungsrichtungen wählen. Zwei Studienrichtungen stehen zur Auswahl: "Konstruktion, Fertigung und Betrieb" sowie "Elektrotechnik und Systemautomatisierung". Studierende können durch Gruppierung von Vorlesungs- und Übungsangeboten ihrer Wahl Schwerpunkte setzen, sie können z.B. Spezialkenntnisse erwerben in "Bauteilfestigkeit", "Mess- und Automatisierungstechnik", "Entwicklung und Planung" oder "Fertigungstechnologie", um nur wenige zu nennen.

Damit aber noch nicht genug. Die Eignung für spätere, maßgebende Aufgaben verlangt eine Flankierung des Fachstudiums durch Fragen der Betriebswirtschaft, der Kommunikation und anderer Gebiete im Arbeitsfeld von Maschinenbau-Ingenieuren. Im Laufe des Studiums erhalten die Clausthaler Studenten ein besonderes Profil. Es ist das Bild eines Generalisten, der universell einsetzbar ist und sich bei hervorragenden Grundlagenkenntnissen durch seine Schwerpunkte im Studium in beträchtlichem Umfang spezialisieren gelernt hat.

Die Verzahnung zwischen Hochschulforschung und Wirtschaft ist beim Maschinenbau außerordentlich eng. Ständig neue Forschungsaufgaben und der wachsende Bedarf an Technologietransfer sind der beste Gradmesser für die Bedeutung dieser Zusammenarbeit. Maschinenbauingenieure übernehmen Verantwortung in der Wirtschaft, an Universitäten oder anderen Einrichtungen, zum Beispiel

  • als Spezialisten in Forschung und Entwicklung,
  • bei der Entwicklung, Konstruktion und Planung von Produkten,
  • bei integrativen und interdisziplinären Tätigkeiten in Projektteams,
  • in Stabfunktionen mit Querschnittsaufgaben,
  • als Manager, Unternehmer, Berater und Prüfingenieure und
  • als Lehrer in verschiedenen Bildungseinrichtungen.

Das größte Arbeitspotential bietet aber in jedem Fall die Industrie mit einem Löwenanteil mittlerer und kleinerer Unternehmen. Gerade in diesen Firmen sind Ingenieure als Generalisten gefragt, weil sie mit ihrer Arbeit eine große Bandbreite abdecken. Gesucht sind Maschinenbau-Ingenieure in nahezu allen Branchen von Industrie, Wirtschaft sowie in öffentlichen Verwaltungen und Institutionen.